Halbinsel Chastè

Von Dichtern und Philosophen
Wer schon mal auf Chastè war, kennt die überwältigenden Gefühle, die beim Betreten oder nur schon beim Betrachten der Halbinsel ausgelöst werden. Die Wege durch die duftenden Lärchenwälder, der Blick auf das glitzernde Wasser und die Weite, wenn man vom Ufer in Richtung Maloja schaut. Da ist es kein Zufall, dass bekannte Dichter, Philosophen und andere grosse Künstler schon lange vor unserer Zeit ewig in Sils und speziell auf Chastè bleiben wollten. Friedrich Nietzsche hat einen besonders grossen Gefallen an der Halbinsel gefunden. Für ihn war Chastè «die schönste Stelle des Engadins». Aus diesem Grund steht ganz am Ende der Halbinsel der Nietzsche Gedenkstein.
Chastè achtsam erleben
Die Halbinsel Chastè ist nicht nur einer der schönsten Orte am Silsersee, sondern auch ein sensibler Naturraum. Deshalb sind im Sommer 2026 regelmässig Rangerinnen und Ranger vor Ort. Sie informieren über Flora und Fauna, beantworten Fragen und geben Tipps für einen respektvollen Aufenthalt. Wer mehr erfahren möchte, kann an einer öffentlichen Ranger-Exkursion teilnehmen.

leicht
Sils – Halbinsel Chastè – Sils
Spaziergang auf Nietzsches Spuren inmitten der einzigartien Oberengadiner Seenlandschaft
4.36 km
1:12 h
49 hm
49 hm
Erlebnisse rund um Chastè
«Chastè» heisst auf Romanisch «Schloss». Dies ist kein Zufall und deutet tatsächlich auf die Existenz einer Burganlage hin. Heute weiss man aber sehr wenig über diese Burg, denn urkundliche Unterlagen fehlen und die spärlichen Mauerreste erlauben keine nähere Datierung. Es wird jedoch vermutet, dass die Burg im Mittelalter von strategischer Bedeutung war, denn Bewegungen auf dem Seeweg und auf der linksufrigen Route konnten gut überwacht werden. Zudem war das Burgareal durch felsige Steilhänge geschützt. Ganz oben sind schwache Spuren eines turmartigen Rechteckbaus zu erkennen und der Eingang zu diesem Bau wird im Osten vermutet.
Der Herbst ist geprägt von spektakulären Farben: Bevor die zahlreichen Lärchen des Engadins ihre Nadeln abwerfen, färben sie sich leuchtend Gold. Der «goldene Herbst» ist ein Naturschauspiel, das Leute von überall anzieht. Wegen der guten Lichtverhältnisse ist ein Besuch auf Chastè am frühen Morgen besonders schön. Mit etwas Glück erhascht man im Herbst hier auch einen Blick auf eine Silserkugel. Die Nadeln der Lärchen entlang des Sees fallen entweder direkt in den Silsersee oder werden durch den Wind dorthin getragen. Wenn eine Welle einen kleinen Haufen treibender Nadeln erfasst und mit sich fortspült, kann die wirbelnde Wasserbewegung die Nadeln am Grund drehen und so eine kugelförmige Struktur entstehen lassen. Die Grösse des resultierenden Balls variiert abhängig von der Menge des losgelösten Nadelmaterials.
Ein mindestens genauso grosses Naturphänomen bildet das Schwarzeis, das mystisch auf dem See liegt und eine geheimnisvolle Welt unter der Oberfläche enthüllt. Um diese Sensation zu erleben, braucht es sehr tiefe Temperaturen und es darf kein Schnee fallen. Nur dann bildet sich eine glasklare Eisschicht. Es besteht somit keine Garantie, dass dies jedes Jahr geschieht. Wenn es aber doch dazu kommt, passiert das meistens zwischen Ende Dezember und Mitte Januar. Chastè ist ein idealer Ort, um das Schwarzeis zu beobachten und ihm zuzuhören. ACHTUNG, Schwarzeis ist zwar schön, aber auch trügerisch. Das Betreten erfolgt immer auf eigene Gefahr.
Sobald die Eisschicht ordentlich was aushält und genug Schnee liegt, wird der Silsersee zum Loipen- und Winterwanderparadies. Von Chastè aus können Sie also nach Isola, Plaun da Lej oder bis nach Maloja spazieren oder gleiten – immer schön der Sonne entgegen.









